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Schiffwracks – Die unterschätzte Gefahr für unsere Umwelt

Unzählige Schiffwracks befinden sich in den Meeren, die eine akute Gefahr für die Umwelt darstellen. Das Problem wird jedoch ignoriert...

Das Frachtschiff, welches letzten Dienstag in Brand geraten und vor der französischen Atlantikküste gesunken ist, ist leider nur einer von viele Bootsunfällen, auf die wir zurückblicken müssen. Und trotzdem sind die Auswirkungen von diesem einen Schiff enorm: Bereits nach kurzer Zeit trat ein circa 10 km langer und 1 km breiter Ölteppich aus. Zwar bleibt die Küste Frankreichs durch „günstige“ Wetterbedingungen vorerst von dem Teppich verschont, jedoch leiden zahlreiche Tiere und im generellen unsere Umwelt extrem von dem Ölausstoß. Irgendwann, ganz egal ob früher oder später, wird das Öl auf eine Küste treffen und zusätzlich den Boden an Land verseuchen.

credit: LOIC BERNARDIN/MARINE NATIONALE/HANDOUT/EPA-EFE/REX

Leider ist dieses eine Frachtschiff nur der Tropfen auf dem heißen Stein, denn circa 8.500 Schiffwracks liegen auf den Gründen unserer Weltmeere. Seit vergangener Woche ist es „nun halt Eines mehr“…allein im zweiten Weltkrieg sanken 6.338 Schiffe. Von ein paar Unfällen sind die Ausmaße bereits bekannt, wie zum Beispiel bei dem wohl schlimmsten Schiffsunglück, bei dem 37.000 Tonnen Öl aus dem Tanker Exxon Valdez ausgetreten sind. Noch heute leiden weite Strecken der Küste Alaskas an dieser Katastrophe aus dem Jahre 1989. Doch diese Naturkatastrophe war bei weitem nicht die größte, eben nur eine der schlimmsten.

Nun die traurige Wahrheit: ein Großteil der Schiffwracks sind tickende Zeitbomben, Naturkatastrophen, die noch nicht passiert sind, uns aber wohl in naher Zukunft bevor stehen. Die Schiffwracks der Weltmeere sind also ein Fakt, der traurigerweise ignoriert und bald folgenschwer wird, denn in den gesunkenen Schiffen schlummern noch rund 15 MILLIONEN Tonnen an Öl. Allein in den Weltkriegswracks lagert noch circa die 400-fache Menge an Öl, die eben bei dieser schlimmen Ölkatastrophe 1989 austraten. Es bleibt also nur eine Frage der Zeit, bis große Mengen an Öl aus den rostigen und instabilen Tanks der gesunkenen und aufgelaufenen Boote austreten und unsere Umwelt weiter verschmutzen. Aus vielen Schiffen ist wohl das „schwarze Gold“ schon ausgetreten, bleibt aber unbemerkt, denn der Treibstoff der Schiffe, das Schweröl, ist schwerer als Wasser und verschmutzt so wohl klangheimlich die Gründe unserer Weltmeere.

Kann man die bevorstehenden Katastrophen vermeiden?

Vermeiden lässt sich diese große Naturkatastrophe wohl nichtmehr, denn dafür ist aus den gesunkenen Wracks bereits zuviel Öl ausgetreten, doch man kann Schadenbegrenzung betreiben. So wie es zum Beispiel Norwegen macht. Der Norwegischen Regierung ist es bewusst, dass ihr Land mit 20.000 Küstenkilometer extrem anfällig für Naturkatastrophen ist. Daher haben sie bereits im Jahre 1994 damit begonnen, „Risikoschiffe“ abzupumpen, um mögliche Naturkatastrophen zu vermeiden. Dies ist allerdings mit extrem hohen Kosten verbunden, sodass nahezu alle anderen Länder dieser Welt die tickenden Zeitbomben einfach ignorieren. Bei erst kürzlich gesunkenen Schiffen wird oftmals Öl abgepumpt, doch bei den Booten aus dem zweiten Weltkrieg, bei denen das Problem durch den Zerfall der Wracks wohl akuter ist, werden schlichtweg ignoriert.

Die Ignoranz geht sogar noch weiter. Vor circa 1,5 Monaten ist vor Renell Islands, eine Insel der Salomon Islands, der Frachter MV Solomon Trader auf Grund gelaufen und verliert seither Öl. Bisher sind bereits mehr als 75 Tonnen Öl ausgetreten, die sich in Richtung des größten Korallenatolls der Welt ausbreiten. Zu allem Überfluss befindet sich auf dem Frachter zusätzlich das Mineral Bauxit, aus welchem Aluminium hergestellt wird. Das Unternehmen, welches das Bauxit an Land abbaut, hatte den Frachter gechartert und bekommt das Problem nicht in den Griff, ganz im Gegenteil, sie ignorieren es, führen den Abbau des Minerals fort und wirbeln mit dem Abtransport durch andere Schiffe das Wasser weiter auf. Die Regierung der Salomonen hat nun Australien um Hilfe gebeten, um das UNESCO Weltnaturerbe „East Renell“, das größte Korallenatoll der Welt, zu schützen. Die Säuberung könnte jedoch Monate dauern.

Es bleibt also nur zu hoffen, dass bald die betreffenden Länder und Regierungen den ernst der Lage erkennen und handeln.

Quellen: Die stille Ölkatastrophe durch Schiffwracks
Schweröl in Schiffwracks: Was tun?
Ölkatastrophe breitet sich in Inselparadies aus

 

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